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Woche 1
 
 
  1. Woche (17.04.-23.04.)

Nun sind sie also da, die Winzlinge.

Ich gehe jeden Tag mehrmals runter zu den beiden. Da ich ja noch im KH liege, ist das ohne großen Aufwand möglich. Frank kommt, so oft es ihm möglich ist.
So langsam erfassen wir, was es bedeutet, wenn Babies nach nur 27 Schwangerschaftswochen zur Welt kommen. Sie liegen im Inkubator, man kann sie mit ihren Schläuchen und Kabeln gar nicht richtig erkennen. Mit den Kabeln werden Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung, Atmung und Blutdruck überprüft; die Schläuche sind notwendig, um den Kleinen das Atmen zu erleichtern bzw. überhaupt zu ermöglichen.
Ole schafft es seit der Geburt, nur mit einer Atemunterstützung, dem so genannten CPAP, klarzukommen. Durch dieses Gerät kann Luft in die Lungen gepustet und zusätzlich Sauerstoff in der erforderlichen Dosis „beigemengt“ werden. In Oles Fall ist das nicht sehr viel.
Jasper wird anfangs vollständig beatmet, er kann das zu diesem Zeitpunkt noch nicht allein. Bereits nach knapp 2 Tagen kann er extubiert werden, d.h. er atmet jetzt allein und bekommt auch das CPAP mit relativ wenig O2.
Die Ärzte sagen uns, dass die beiden für ihren arg frühen Geburtstermin recht gut drauf und verhältnismäßig stabil sind. Solche Sätze können wir nicht oft genug hören, und ein wenig löst sich schon dieser unheimlich dicke Kloß im Hals, den wir seit der Geburt verspüren.
Immer wieder bekommen die beiden Fototherapie, d.h. sie werden unter Blaulicht gelegt, um ihre Neugeborenen-Gelbsucht zu behandeln. Das ist nicht ungewöhnlich und beunruhigt uns nicht sonderlich.
Im Laufe der Woche wird bei beiden ein offener Ductus diagnostiziert, welcher wohl bei Frühchen sehr häufig auftritt. Es handelt sich hier- völlig unmedizinisch gesprochen- um eine Öffnung herznaher Gefäße, die sich bei reifen Neugeborenen kurz nach der Geburt schließt und bei Frühchen eben oftmals nicht. Diese Öffnung bewirkt häufig Probleme mit der Herzfrequenz und der Sauerstoffsättigung und muss somit behandelt werden. Die Ärzte machen uns nicht viel Hoffnung, dieses Problem mit Medikamenten in den Griff zu bekommen, da bei beiden der Ductus „eindrucksvoll groß“ ist. Als Alternaive steht eine OP im Raum, die zwar Routine ist, uns aber natürlich trotzdem nicht erstrebenswert erscheint. Beide erhalten also das Medikament Indomethazin, welches sich neben seinen positiven Eigenschaften leider auch nachteilig auf die Nierenfunktion auswirken kann. Das merken wir auch tatsächlich in den nächsten Tagen, weil die beiden unverhältnismäßig viel zunehmen, da sie Wasser einlagern. Aber wider Erwarten schließt sich der Ductus bei beiden soweit, dass er sie nicht weiter beeinträchtigt und das eingelagerte Wasser werden sie schnell wieder nach Absetzen der Medis los. Wir sind sehr erleichtert!!

 
 
 
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